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Neuerscheinung: Pandita Ramabai und die Erfindung der Pfingstbewegung

Yan Suarsana: Pandita Ramabai und die Erfindung der Pfingstbewegung. Postkoloniale Religionsgeschichtsschreibung am Beispiel des "Mukti Revival". Wiesbaden: Harrassowitz 2013. 412 S., ISBN 978-3447100694; 88,00 EUR.

Die Frauenrechtlerin und Sozialreformerin Pandita Ramabai Sarasvati (1858–1922) gilt als eine der bedeutendsten Frauen der jüngeren indischen Geschichte. Von ihren Zeitgenossen als „Göttin der Weisheit“ verehrt, fand ihre Popularität mit ihrer Hinwendung zur evangelikalen Erweckungsbewegung ein jähes Ende, weshalb sie die letzten zwei Jahrzehnte ihres Lebens in relativer Isolation auf der von ihr gegründeten Witwen- und Waisenstation bei Pune verbringen musste.

Die vorliegende Arbeit thematisiert ein Ereignis dieser letzten Lebensphase, das zu einem zentralen Kulminationspunkt zahlreicher Diskurse werden konnte: das sogenannte „Mukti Revival“ im Jahre 1905. Neben britischen und US-amerikanischen Missionaren ist diese spirituelle Erweckung unter den subalternen Bewohnerinnen der Station vor allem von westlichen Historikern der Pfingstbewegung zu einem Ort heilsgeschichtlicher Bedeutung stilisiert worden, während alternative, den kolonialen Konzeptionen entgegenstehende Interpretationen verdrängt wurden. Auf Basis poststrukturalistischer und postkolonialer Theorie zeichnet das Buch anhand einer detaillierten Quellenanalyse die Karriere der konkurrierenden Narrative und die Genese des Wissens über das „Mukti Revival“ nach, um die „Erfindung“ religiöser und historischer Wirklichkeit im kolonialen Kontext transparent zu machen.

 

Erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Verlag.


Beitrag von:

Yan Suarsana

Heidelberg
Universität Heidelberg
Zuletzt verändert: 16.01.2014 13:06